Diese Folge zeigt, warum grosse Visionen Unternehmen voranbringen. Anhand historischer Beispiele erkläre ich, was eine wirksame Vision ausmacht, wie du sie formulierst und warum mutige, langfristige Ziele Orientierung, Energie und Zusammenhalt schaffen. Du lernst, wie Visionen messbar, glaubwürdig und für dein Team wirksam werden.
JFK: First, I believe that this nation should commit itself to achieving the goal, before this decade is out, of landing a man on the moon and returning him safely to the earth.
Diese Worte, die John F. Kennedy am 25. Mai 1961 an den US-amerikanischen Kongress richtete, gingen in die Geschichte ein. Seine Vision, bis zum Ende der 60er-Jahre einen Menschen von der Erde zum Mond und wieder zurückzubringen, war kühn und mit großen Unsicherheiten behaftet. Kennedy war jedoch felsenfest davon überzeugt, dass sie machbar war. Nur gut acht Jahre später, am 20. Juli 1969, betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Vier Tage später landete die Crew von Apollo 11 wieder sicher auf der Erde. Kennedys Vision war Wirklichkeit geworden.
Die Geschichte der Apollo-Mission zeigt eindrucksvoll, welche Kraft von einer Vision oder einem langfristigen Ziel ausgehen kann. Mit seiner Vision war Kennedy in der Lage, die ganze Nation hinter sich zu vereinen, und er erhielt fast unlimitierte Geldmittel für sein Projekt.
Eine große Vision kann Berge versetzen – auch in Unternehmen. Wie du für dich und dein Unternehmen eine große und großartige Vision finden und formulieren kannst, darum geht es in dieser Podcast-Folge.
Zunächst möchte ich dir meine Definition von „Vision” mitteilen:
Wenn ich von einer Vision spreche, dann meine ich damit das große Ziel, das ich mit dem Unternehmen erreichen möchte.
Neben der eingangs erwähnten Mondmission gibt es viele weitere bekannte Beispiele für Visionen:
Für mich ist eine Vision ein langfristiges Ziel, das zwar ungewiss und riskant, aber theoretisch erreichbar ist. Es muss messbar sein und deine Mitarbeitenden hinter dir vereinen. Deine Leute sollten sich damit identifizieren können.
Doch wie kannst du deine Vision für dich formulieren? Eine relativ einfache Möglichkeit ist, ein Umsatzziel zu definieren. Welchen Umsatz möchten wir mit unserem Unternehmen in zehn Jahren erzielen? Das ist zwar nicht besonders visionär, lässt sich aber leicht formulieren. Ein anderes Beispiel wäre beispielsweise 10.000 zufriedene Kunden.
Ich persönlich bevorzuge qualitative Visionen, wie sie Kennedy oder Gates formuliert haben. Sie regen die Fantasie der Mitarbeitenden deutlich stärker an und sind emotionaler. Gleichzeitig sind sie deutlich schwerer zu messen.
Eine gute qualitative Vision ist beispielsweise: „Jeder Kunde kommt durch eine Empfehlung und jeder Kunde gibt eine Empfehlung ab.” Wenn es uns als Unternehmen gelingt, dass uns jeder Kunde weiterempfiehlt und jeder Neukunde aus einer Empfehlung entsteht, haben wir unser Ziel erreicht.
Ob du dich letztendlich für eine qualitative oder eine quantitative Vision entscheidest, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass die Vision wirklich groß ist. Ich erlebe es immer wieder, dass meine Kunden groß denken und auch eine große Vision in den Raum stellen. Wenn sie sich dessen aber bewusst werden, bekommen sie es mit der Angst zu tun. Nicht selten kommt es vor, dass eine große Vision nach zwei bis drei Jahren verkleinert wird, weil das Führungsteam nicht mehr daran glaubt, dass sie realisierbar ist – nur um weitere zwei bis drei Jahre später zu realisieren, dass die ursprüngliche Version nicht nur machbar ist, sondern noch zu niedrig angesetzt war. Der Grund dafür ist insbesondere bei quantitativen Zielen, dass Wachstum meist exponentiell erfolgt und wir Menschen nicht sehr gut mit exponentiellem Wachstum umgehen können.
Doch wie kommst du nun zur Formulierung deiner persönlichen Vision? Eine einfache und effektive Möglichkeit ist die folgende Frage: „Wie groß könnte das Ganze werden, wenn du die Gewissheit hättest, dass du nicht scheitern wirst?”
Lass diese Frage am besten einfach mal auf dich wirken. Versuche, sie zu beantworten. Wenn du eine Antwort gefunden hast, überlege dir, was das für die Firma bedeutet. Welchen Umsatz würde dein Unternehmen dann machen? Was wäre sonst noch anders? Wie würde es sich für dich anfühlen?
Zum Schluss kannst du dir überlegen, wie lange es dauern wird, bis du die Vision realisiert hast. Aus eigener Erfahrung ist ein Zeithorizont von zehn Jahren ziemlich gut.
Wenn dir diese Frage zu groß ist, kannst du sie auch umdrehen. Wo wird das Unternehmen in etwa zehn Jahren stehen? Wie wird es dann aussehen und wie kann ich das mit einem Satz oder einer Zahl beschreiben?
Beide Möglichkeiten funktionieren sehr gut. Wichtig ist, dass die Vision zu dir und zu deinem Unternehmen passt.
Wenn du die Vision festgelegt hast, solltest du sie unbedingt sauber ausformulieren und anschließend mit deinen Mitarbeitenden teilen. Verzichte dabei auf zu viel Marketing-Sprech. Eine kurze, einfach verständliche Formulierung ist besser als irgendwelche geschliffenen, hochgestochenen Texte.
Wenn du deine Vision formuliert hast und sie gerne mit mir teilen und reflektieren möchtest, dann buche gerne einen Termin mit mir. Den Link dazu findest du in den Show Notes.
Zum Schluss wieder wie immer die Zusammenfassung der Folge:
In der nächsten Folge möchte ich dir den Prozess aufzeigen, wie du in deinem Unternehmen ein Business–Betriebssystem aufbauen und ausrollen kannst. Das ist eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Ich würde mich freuen, wenn du wieder dabei wärst.
Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Erfolg und Spaß mit deinem Business. Bis zum nächsten Mal!